Atemschutzüberwachung
Trupps, Drücke, Rückzugsdruck und Restzeit nach FwDV 7 – mit Truppvorlagen, Abfrage des niedrigsten Drucks und Abgleich binnen rund 15 Sekunden.
Die Atemschutzüberwachung ist der sicherheitskritischste Teil der Anwendung. Sie läuft vollständig auf dem Gerät und braucht kein Netz.
Am 4. September 2026 grundlegend überarbeitet, am 22. September 2026
nachgebessert. Der Rückzugsdruck ist keine feste Zahl, der Zustand
vorgegangen ist entfallen. Seit dem 22. September fragt jede Druckmeldung
standardmäßig nur noch den niedrigsten Druck ab, jedes Druckfeld hat eine
Vorschlagsliste, es gibt Truppvorlagen, und der Knopf heißt
„Ziel erreicht" statt „Einsatzziel erreicht". Alles steht unten.
Der Rückzugsdruck steht nicht fest
Er ist das Doppelte des bisher verbrauchten Drucks und wächst mit jeder Meldung, während der gemeldete Druck fällt:
verbraucht = höchster Verbrauch eines Trägers
(sein Anschlussdruck − sein niedrigster gemeldeter Druck),
mindestens Anschlussdruck − niedrigster Druck im Trupp
Rückweg = 2 × verbraucht
Schwelle = max(Rückweg, 60 bar)Maßgeblich ist der Träger mit dem höchsten Verbrauch (FwDV 7). Starten zwei Träger mit unterschiedlichem Druck – A mit 300, B mit 270 bar – und meldet A 200, B 250 bar, hat A 100 bar verbraucht: Der Rückzug ist bei 200 bar fällig, nicht erst bei 140. Bei gleichem Anschlussdruck, dem Regelfall, ändert sich nichts. Unter der Zahl steht „2 × höchster Verbrauch eines Trägers“.
Maßgeblich ist der niedrigste Druck im Trupp – der Trupp geht gemeinsam zurück, also zählt der schwächste Vorrat. Und zwar das Minimum über alle Meldungen des Trupps, nicht nur über die jüngste: Druck fällt nur, er steigt nie von selbst. Meldet ein Träger später einen höheren Wert, weil diesmal an einem anderen Gerät abgelesen wurde, verbessert das die Schwelle nicht.
Fällig ist der Rückzug dort, wo beide sich treffen: bei zwei Dritteln des Anschlussdrucks. Aus 300 bar also bei 200 bar.
| Gemeldeter Druck | Verbraucht | Rückweg | Schwelle |
|---|---|---|---|
| 300 bar | 0 | 0 | 60 bar |
| 280 bar | 20 | 40 | 60 bar |
| 240 bar | 60 | 120 | 120 bar |
| 220 bar | 80 | 160 | 160 bar |
| 200 bar | 100 | 200 | 200 bar – Rückzug |
Der Faktor zwei ist ein Sicherheitszuschlag, keine Wegstrecke: Der Rückweg kostet dieselbe Luft wie der Hinweg, wird aber unter Belastung gegangen, oft mit einer geretteten Person, und selten schneller.
Die 60 bar sind die Untergrenze der Anzeige, kein Summand. Solange wenig verbraucht ist, steht dort der Ansprechdruck der Warneinrichtung.
Ist „Ziel erreicht" gemeldet, friert der Hinweg ein. Weiter hinein geht es nicht mehr, und was der Trupp am Ziel arbeitend verbraucht, verlängert den Rückweg nicht. Ohne diese Grenze wäre jeder Trupp, der am Ziel arbeitet, binnen Minuten im Rückzug.
Der Wert wird bei jeder Druckmeldung fortgeschrieben, auch serverseitig. Damit sieht das Portal dieselbe Zahl wie das Gerät – zwei Zahlen auf zwei Schirmen wären beim Atemschutz schlimmer als gar keine.
Restzeit und Rückzugszeitpunkt
Aus dem gemessenen Verbrauch rechnet LORVIS laufend mit, wann der Rückzug angetreten sein muss.
- Gerechnet wird von der letzten Meldung aus, nicht von der aktuellen Uhr. Sonst schöbe sich der Zeitpunkt mit jeder Sekunde weiter nach vorn und wäre nie erreicht.
- Der Verbrauch wird über die ganze Zeit unter PA gemittelt, nicht zwischen den letzten beiden Meldungen: Ein Mittelwert ist ruhig, eine Differenz springt.
- Unter zwei Minuten Messzeit gilt die Dräger-Annahme. Die Oberfläche schreibt dann „angenommen" statt „gemessen" daneben – wer den Unterschied nicht sieht, hält eine Annahme für eine Messung.
Dazu läuft die 10-Minuten-Erinnerung für die Druckabfrage mit sichtbarem Countdown.
Zusätzlich fordert LORVIS Kontrollen bei 1/3 und 2/3 der erwarteten Einsatzzeit (FwDV 7). Die Zeit tragen Sie beim Anlegen unter Erwartete Einsatzzeit (min) ein; bleibt das Feld leer, rechnet LORVIS sie aus dem niedrigsten Anschlussdruck (300 bar → 28 Minuten), sonst gelten 30 Minuten. Ist eine Kontrolle fällig, erscheint ein gelbes Band „Kontrolle 1/3 der Einsatzzeit fällig – Druck und Lage beim Trupp abfragen.“, mit Ton und Vibration, bis Sie Quittieren tippen. Die Quittung steht als Wegpunkt im Verlauf und im Nachweis.
Die vier Zustände
| Zustand | Bedeutung |
|---|---|
ausgerüstet | Angetreten, Flasche noch geschlossen. Nur die Uhrzeit wird festgehalten. |
angeschlossen | Ab hier läuft die Uhr, der Verbrauch und der 10-Minuten-Takt. |
zurück | Der Trupp ist heraus. |
abgeschlossen | Die Überwachung ist beendet. |
„Ausgerüstet" ist nicht „angeschlossen". Bis zum 4. September 2026 lief die Uhr ab dem Anlegen: Wer den Trupp zehn Minuten vor dem Anschließen erfasste, las hinterher zehn Minuten zu viel unter PA – in einem Nachweis.
Wer „unter PA" zählt (Portalübersicht, Einsatzbericht), zählt nur
angeschlossen. Wer „noch draußen" meint (Einsatzabschluss), zählt beide.
Was am Trupp sonst noch steht
- Wer die Überwachung führt wird in der Truppübersicht festgelegt und gilt für alle laufenden Trupps, im Portal und in der Nachbereitung.
- Funkrufgruppe – auf welcher Gruppe der Trupp erreichbar ist.
- Wegpunkte – wo der Trupp zuletzt gemeldet wurde.
- Ziel erreicht mit dem Druck an diesem Punkt.
- Träger aus dem Personal oder als Freitext. Wer nicht einsatzbereit ist – ein Nachweis (G 26.3, Streckendurchgang, Übung/Einsatz, theoretische Unterweisung) fehlt oder ist abgelaufen –, steht beim Ausrüsten oben mit dem Grund dabei und wird nicht zur Auswahl vorgeschlagen. Wird sein Name trotzdem eingetragen, erscheint ein Warnhinweis („Achtung: … ist nicht einsatzbereit“); ausgerüstet werden kann der Trupp trotzdem – entschieden wird an der Einsatzstelle. Das funktioniert auch ohne Netz. Siehe Personal.
Der zuletzt angelegte Trupp steht oben – laufende zuerst, darin die neuesten. Genau der ist der, an dem etwas zu tun ist.
Einen Trupp anlegen
Beim Anlegen wird für jeden Träger der Anschlussdruck eingetragen. Die Vorschau „Rückzug fällig bei" geht dabei ausschließlich vom niedrigsten eingetragenen Druck aus – nie von einem Mittelwert oder einer Summe:
| Träger 1 | Träger 2 | Rückzug fällig bei |
|---|---|---|
| 300 bar | 300 bar | 200 bar (⅔ von 300) |
| 300 bar | 200 bar | 134 bar (⅔ von 200, aufgerundet) |
Nennfülldruck
Beim Anlegen wählen Sie den Nennfülldruck der Geräte (Vorgabe 300 bar). Liegt ein Anschlussdruck unter 90 % davon – bei 300 bar unter 270 bar –, erscheint „Achtung: … unter 90 % des Nennfülldrucks …“: Nach FwDV 7 ist das Gerät nicht einsatzbereit. Das ist ein Hinweis, keine Sperre; entschieden wird an der Einsatzstelle.
Truppvorlagen
Das Feld für den Truppnamen schlägt die Truppvorlagen der Organisation vor. Jede neue Organisation bekommt sechs davon: Trupp 1 bis Trupp 3 und Sicherheitstrupp 1 bis Sicherheitstrupp 3. Im Portal lassen sie sich ändern, ergänzen und löschen – siehe Atemschutz-Nachbereitung.
Hat eine Vorlage eine Funkrufgruppe hinterlegt, wird sie beim Auswählen gleich übernommen – aber nur, wenn noch keine andere Funkrufgruppe gewählt ist. Eine bewusste Entscheidung wird nicht überschrieben. Ein eigener Name lässt sich jederzeit frei eintippen.
Druckmeldungen
Zu jedem Trupp lassen sich laufend Drücke nachtragen, mit Zeitstempel und Bemerkung. Auch das geht ohne Netz; die Meldungen gehen in die Warteschlange und werden übertragen, sobald wieder Verbindung besteht.
Standardmäßig wird nur ein Wert abgefragt: der niedrigste Druck im Trupp. Er wird für jeden Träger eingetragen, der Nachweis behält so jeden Namen. Der Knopf „Für jeden Träger einzeln eintragen" schaltet bei Bedarf auf ein Feld je Träger um, „Nur den niedrigsten Druck eintragen" wieder zurück.
Vorschlagsliste statt Zahlentastatur
Jedes Druckfeld der Seite – Anschlussdruck, Druckmeldung, Druck bei „Ziel erreicht" – zeigt eine Vorschlagsliste in Fünferschritten, absteigend von 400 bar abwärts. Der Druck fällt im Einsatz nur, der nächstliegende Wert steht deshalb oben. Getippt werden darf trotzdem jede Zahl bis drei Stellen.
Wie schnell eine Meldung ankommt
- Auf demselben Gerät sofort – die Meldung wird lokal gespeichert und gleich eingerechnet, auch ohne Netz.
- Auf einem anderen Gerät binnen rund 15 Sekunden, solange dort ein Trupp läuft. Die Überwachungsstation gleicht dafür zusätzlich zum allgemeinen Takt (60 Sekunden) alle 15 Sekunden ab – im Leerlauf nicht.
Die Seite liest nach jedem Abgleich nach, zusätzlich alle fünf Sekunden und beim Zurückkommen aus dem Hintergrund – außer während einer offenen Eingabe. Wer gerade einen Druck eintippt, bekommt ihn nicht unter den Fingern weggeschrieben.
Die Zeit läuft gegen die Uhr, nicht gegen einen Zähler
Die verstrichene Zeit wird immer aus dem gespeicherten Startzeitpunkt gegen die aktuelle Uhr gerechnet – nie hochgezählt.
Ein Zähler hinge an einem Timer, und Browser drosseln Timer im Hintergrund oder halten sie bei gesperrtem Bildschirm ganz an. Die Uhr ginge nach, ohne dass es jemand merkt.
Einen Einsatz mit Trupps draußen beenden
Wer einen Einsatz beendet, während noch Trupps nicht zurückgemeldet sind, bekommt eine Warnung – keine Sperre.
Das ist eine bewusste Abwägung: Ein Trupp, der aus der Überwachung fällt, weil jemand einen Knopf gedrückt hat, ist genau das, was diese Software verhindern soll. Andererseits kann die Überwachung schlicht vergessen worden sein abzuschließen – und dann dürfte niemand den Einsatz je beenden.
Atemschutz im Verbund
Bei verbundenen Einsätzen anderer Einheiten sehen Sie deren Trupps in Ihrem Einsatz, mit Namen der Einheit. Ein Trupp lässt sich nur von der Einheit bedienen, die ihn angelegt hat – ein laufender Timer wird nicht von Dritten verstellt. Mit „Anderen Einheiten im Verbund zum Bearbeiten freigeben" am Trupp erlauben Sie es den anderen; ohne Freigabe sehen sie ihn nur.
Material suchen und Lagerorte
Material suchen und Lagerorte einsehen – wer führt ein Gerät, was liegt im Feuerwehrhaus? Aus dem Bestand auf dem Gerät, auch ohne Netz.
Patienten
Die Patientenliste bei einem Massenanfall von Verletzten – mit genormten Sichtungskategorien und dem Verbleib jeder verletzten Person.