LORVIS Handbuch

Im Funkloch

Was in LORVIS ohne Netz geht und was nicht – Abgleich, Warteschlange, Kartenpakete, Aktualisierungen und was beim Abmelden vom Gerät verschwindet.

Offline ist bei LORVIS die Vorgabe, nicht die Kür. Jedes Modul funktioniert im Funkloch oder ist sichtbar als „nur online" gekennzeichnet. Es gibt im Einsatzpfad keine Schriften, Symbole oder Dienste von fremden Servern, die im Funkloch fehlen könnten.

Was ohne Netz weiterläuft

BereichHinweis
KarteMit geladenem Kartenpaket – ohne Paket zeigt die Karte offline nichts
Objekte, Dokumente, Kontakte, ChecklistenWas auf das Gerät darf, liegt vollständig dort – Pläne und Dokumente holt jeder Abgleich vorab, nicht erst beim ersten Öffnen
EinsätzeVerlauf, Meldungen mit Fotos, Einsatzmittel, Stärke, Lagemeldung
AtemschutzüberwachungVollständig – Rechnung, Uhr und Erinnerung laufen auf dem Gerät
Patienten, Rettungsdienst, PZCVollständig
Gefahrgut, Rettungsdatenblätter, EinsatzleiterwikiNachschlagen ohne Netz
Personal, FahrzeugeBestand und aktueller Status; der Statusverlauf nicht
FormulareAusfüllen ohne Netz, gesendet wird mit dem nächsten Abgleich
Whiteboard, Wasserförderstrecke, WarndurchsagenZeichnen, rechnen und abhaken auf dem Gerät
ScannerDie Kamera liest Barcodes und QR-Codes auch ohne Netz – siehe Scanner
LagedashboardAnschauen ja, ändern nein – siehe Lagedashboard

Was Netz braucht

WasWarum
Drohne: Livebild und LuftlageEin Datenstrom lässt sich nicht vorhalten
Einsatzübersicht (Lage im Verbund)Zeigt fremde Einsätze in Echtzeit – ein alter Stand sähe aus wie die Gegenwart
Web-InhaltePegelstände und Warnkarten liegen bei Dritten
Statusverlauf eines FahrzeugsGeht nicht über den Abgleich mit; der aktuelle Status schon
Lagedashboard: Ändern und Live-KachelnWetter, Warnungen, Radar, Pegel und ähnliche Kacheln holen ihre Daten live

Diese Bereiche sind im Gerät als „nur online" gekennzeichnet. Sie verschwinden nicht im Funkloch – sie sagen, warum sie gerade nichts zeigen. Mehr unter Nur online.

Langsames Netz und ausgefallener Server

Die Seiten der Einsatzoberfläche liegen nach dem ersten Öffnen im Gerät und erscheinen sofort, auch beim Wechsel von einem Modul zum anderen – ohne Ladeanzeige und ohne auf das Netz zu warten, ohne auf das Netz zu warten; im Hintergrund werden sie erneuert. Ist das Netz sehr langsam oder der Server nicht erreichbar (auch bei einer Fehlermeldung des Servers), bleibt die Oberfläche genauso nutzbar wie im Flugmodus; Eingaben bleiben auf dem Gerät und gehen raus, sobald das Netz wieder trägt. Nach einer Aktualisierung von LORVIS kann einmal noch die vorherige Fassung der Seite erscheinen – beim nächsten Öffnen ist die neue da.

Im Portal ist ohnehin alles online – es ist die Schreibtischseite. Die Standortplanung etwa rechnet auf dem Server und hat deshalb keine Seite im Fahrzeug.

Der Abgleich

Das Gerät gleicht sich regelmäßig mit dem Server ab – etwa alle 60 Sekunden, sobald Netz da ist. Die Atemschutzüberwachung gleicht zusätzlich alle 15 Sekunden ab, solange ein Trupp läuft.

Zurück aus dem Hintergrund gleicht das Gerät sofort ab. Holen Sie das Tablet aus dem Ruhezustand oder wechseln Sie zurück zu LORVIS, wartet es nicht auf den nächsten Takt, sondern holt den aktuellen Stand gleich (höchstens alle fünf Sekunden einmal).

Mehrere Fenster auf demselben Gerät bleiben gleich. Haben Sie LORVIS in zwei Fenstern oder Tabs geöffnet, erscheint eine Eingabe aus dem einen Fenster sofort auch im anderen – auch ohne Netz. Eine Eingabe, die Sie im anderen Fenster gerade tippen (etwa eine Meldung oder einen Druck), wird dabei nicht überschrieben; das Fenster liest nach, sobald Sie fertig sind.

Alle synchronisierten Daten führen eine Fassungsnummer und einen Löschvermerk. Dadurch weiß das Gerät, was sich seit dem letzten Abgleich geändert hat – und ein gelöschter Datensatz verschwindet auch dort, statt als Karteileiche liegen zu bleiben.

Ein neu freigeschaltetes Modul bringt seinen Bestand mit. Kommt für ein Gerät ein Modul dazu, holt der nächste Abgleich dessen Daten vollständig nach – nicht nur das, was ab jetzt neu entsteht.

Was nicht mehr auf das Gerät darf, verschwindet von dort. Wird ein Kontakt, ein Objekthinweis oder ein Dokument als sensibel markiert, entfernt der nächste Abgleich es von Geräten ohne Freigabe für sensible Daten.

Die Warteschlange

Was ohne Netz entsteht, geht in eine Warteschlange und wird übertragen, sobald wieder Verbindung besteht. Zwei Eigenschaften sind dabei zugesichert:

  1. Die Reihenfolge bleibt. Eine Druckmeldung, die nach dem Anlegen des Trupps entstanden ist, überholt ihn nicht.
  2. Nichts geht still verloren. Bricht eine Übertragung ab, bleibt der Eintrag stehen und wird erneut versucht.

Lehnt der Server einen Vorgang endgültig ab, verschwindet er nicht einfach: Er steht unter Einstellungen → Gescheiterte Vorgänge einzeln aufgelistet und lässt sich dort ausdrücklich verwerfen.

Antwortet der Server gerade wegen Wartungsarbeiten nicht, wartet das Gerät und versucht es von selbst erneut – ohne dass ein Vorgang dabei als gescheitert zählt.

Zwei Geräte ändern dasselbe

Bearbeiten zwei Geräte im Funkloch denselben Einsatz, Trupp oder Patienten, gewinnt nicht einfach das zuletzt ankommende: LORVIS übernimmt von jedem Gerät nur die Felder, die es wirklich geändert hat. Ein Abschluss oder Status wird nie durch einen älteren Stand zurückgesetzt. Behält LORVIS dabei einen neueren Wert, steht im Einsatzverlauf ein Eintrag wie

Bearbeitungskonflikt mit Gerät „HLF 20“ zusammengeführt (…): das Gerät sendete einen älteren Stand. Neuerer Stand behalten bei: …

– mit den Feldnamen, ohne die Werte. So ist nachvollziehbar, dass zwei Geräte gleichzeitig am selben Eintrag waren.

Kartenpakete

Ein Kartenpaket ist eine Datei, die ein Gebiet vollständig enthält. Ein Landkreis wiegt je nach Fläche und Bebauung etwa 20 bis 125 MB. Geladen wird es unter Einstellungen am Gerät; welches Paket einem Gerät zusteht, legt das Portal fest.

Karten werden aktuell gehalten – von selbst. Die Kartenpakete entstehen aus OpenStreetMap. Alle 14 Tage holt LORVIS den aktuellen OpenStreetMap-Stand für Deutschland und baut die Gebiete daraus neu – nach und nach, eines nach dem anderen. Niemand muss dafür etwas anstoßen.

Das Portal zeigt unter Kartenpakete je Paket den Stand, also den Tag, an dem es gebaut wurde. Ist ein Paket älter als 35 Tage, steht dort „Stand veraltet" – dann sind zwei Aktualisierungen ausgeblieben.

Gibt es eine neuere Fassung, lädt das Gerät sie selbst nach, sobald es online ist – auf allen Geräten, auch auf iPhone und iPad, über WLAN wie über Mobilfunk, ohne dass jemand etwas drückt. Nachgesehen wird höchstens alle sechs Stunden. Nur wer am Gerät den Datensparmodus eingeschaltet hat, bekommt die neue Fassung nicht von selbst; unter Gerät → Kartenpakete geht es jederzeit auch sofort von Hand.

Bis die neue Fassung vollständig da ist, bleibt das alte Paket nutzbar – die Karte fällt nie aus, auch nicht bei einem abgebrochenen Download.

Aktualisierungen

LORVIS aktualisiert sich selbst, ohne App-Store. Eine neue Fassung wird im Hintergrund geladen und erst übernommen, wenn das Gerät verdeckt ist – Bildschirm gesperrt, App gewechselt, Gerät weggelegt. Ein Neuladen mitten in einer Eingabe würde ein halb ausgefülltes Formular wegreißen. Bleibt ein Gerät die ganze Schicht im Vordergrund, bleibt es so lange auf dem alten Stand.

Was auf dem Gerät liegt

Ein abgemeldetes Gerät behält nichts – außer den Kartenpaketen. Token und Bestand sind sofort weg. Wer ein Tablet aus der Hand gibt, meldet es ab.

Einiges geht nur an Geräte mit der Freigabe für sensible Daten: Zugangsdaten von Web-Inhalten und Dashboard-Kacheln, als sensibel markierte Kontakte, Objekthinweise und Dokumente sowie Name, Geburtsdatum und Anschrift aus dem Rettungsdienstprotokoll. Was nicht freigegeben ist, kommt gar nicht erst auf das Gerät. Mehr unter Datenschutz.

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