LORVIS Handbuch
Im Fahrzeug

Einsätze

Einsatzverlauf, Einsatzmittel und Meldungen am Gerät – neueste Einträge oben, automatische Einträge bei Fahrzeugwechseln und jedem Fahrzeugstatus, Fotos als Anhang, auch im Funkloch.

Ein Einsatz ist die Klammer, an der alles andere hängt: Trupps, Patienten, Lageskizze, Fahrzeuge.

Woher Einsätze kommen

LORVIS nimmt Alarme aus mehreren Quellen entgegen – Mail, DIVERA oder eine Schnittstelle. Welche Quelle eine Organisation nutzt, wird im Portal eingestellt (Modul Alarmquelle).

Ein Einsatz lässt sich auch von Hand anlegen. Das ist der Normalfall bei Übungen und bei allem, was ohne Alarmierung beginnt.

Welches Objekt zum Alarm gehört

Bei einem Alarm sucht LORVIS das zugehörige Objekt nur unter den Objekten Ihrer Organisation – in dieser Reihenfolge:

  1. Koordinate. Liegt ein Objekt im Umkreis von 150 m um den Alarmpunkt, ist es das. Liegen mehrere im Umkreis, entscheidet nicht die Entfernung, sondern zuerst der Objektname im Alarmtext, dann die Hausnummer.
  2. Objektname im Alarmtext. Der Name eines Objekts muss in Stichwort, Meldung, Zusatzinfo oder im Objektnamen der Alarmquelle vorkommen. Verglichen wird ohne Groß- und Kleinschreibung, ohne Umlaute und Satzzeichen, nur an Wortgrenzen; Namen unter 6 Zeichen zählen nicht. Mehrere Treffer: der längste Name gewinnt. Zwei gleich lange Treffer ergeben kein Objekt.
  3. Straße und Hausnummer. Trägt ein Objekt der Straße die genannte Hausnummer, ist es das. Passt keine Nummer, wird nur das einzige Objekt der Straße genommen.

Bei Namen (2) und Straße (3) zählt nur, was zum Einsatzort passt: Hat der Alarm eine Koordinate, darf das Objekt höchstens 1 km davon entfernt liegen; ohne Koordinate darf es nicht in einem anderen Ort liegen als der Alarm. So trifft „Hauptstraße 5" aus einem Nachbarort nicht das Objekt gleichen Namens im eigenen Ort.

Der Grundsatz: lieber kein Objekt als das falsche. Ist es nicht eindeutig, bleibt der Einsatz ohne Objekt, und das Gerät bietet die Suche nach Objektwissen zur Adresse an.

Nennt die Alarmquelle den Objektnamen eigens und passt kein Objekt im Bestand, steht der Name als Text unter der Anschrift im Einsatz. Welche Quelle den Namen liefert, steht je Quelle: DIVERA, Webhook, E-Mail. Ist der Einsatz abgeschlossen, kann das Objekt im Portal nachträglich angelegt werden – siehe Einsätze nachbereiten.

Objekt beim Anlegen von Hand wählen

Im Formular „Neuer Einsatz" gibt es das optionale Feld Objekt: eine Auswahl mit Suche aus dem Objektbestand, der auf dem Gerät liegt – sie funktioniert auch ohne Netz. Das Feld erscheint nur, wenn die Organisation Objekte hat.

Wählen Sie ein Objekt, werden Straße, Nr., PLZ, Ort und Plan-Nummer vorbelegt, soweit sie noch leer sind; Bereits Eingetragenes bleibt. Ein Objekt ist im Einsatz nicht erforderlich. Ein neues Objekt lässt sich in der Einsatzmaske bewusst nicht anlegen – das geschieht im Portal unter Objekte.

Wer bekommt den Einsatz?

Beim Anlegen von Hand fragt die Maske unten „Wer bekommt den Einsatz?" (sobald die Organisation mehr als ein Gerät hat):

  • Alle Geräte – die Vorgabe, so wie bisher.
  • Bestimmte Geräte oder eine Einheit – Geräte einzeln ankreuzen, oder mit „Einheit … komplett" alle Geräte wählen, die dieser Einheit zugeteilt sind (zweiter Klick nimmt sie wieder heraus). Das anlegende Gerät ist immer dabei.

Ein so gerichteter Einsatz – mit Verlauf, Einsatzmitteln, Patienten und allem, was daran hängt – erscheint nur auf den gewählten Geräten. Die anderen sehen ihn nicht. Im Manager sieht die Organisation weiterhin alle Einsätze. Der Kreis lässt sich nur beim Anlegen festlegen, nicht nachträglich ändern. Die Geräteliste kommt aus dem Netz und bleibt auf dem Gerät gespeichert; ohne sie (erste Nutzung im Funkloch) gilt „Alle Geräte".

Welche Einsätze ein Gerät sieht

Ein alarmierter Einsatz erscheint in der Einsatzliste nur auf Geräten, deren Alarmgruppe zu einer alarmierten Alarmgruppe passt. Zur Alarmgruppe des Geräts zählen die eigenen und – bei gesetztem Haken „Geräte dieses Fahrzeugs mitalarmieren" – die des verknüpften Fahrzeugs (Fahrzeuge). Das gilt in der Liste und im Abgleich: Ein Einsatz, der nicht passt, ist auf dem Gerät nicht vorhanden.

Es gibt vier Ausnahmen, in denen der Einsatz trotzdem erscheint:

  • Ein Gerät ohne Alarmgruppe sieht alle Einsätze.
  • Ein Einsatz ohne alarmierte Alarmgruppe – von Hand angelegt oder eine Übung – geht an die ganze Einheit oder an die beim Anlegen gewählten Geräte.
  • Ein ausdrücklich an das Gerät gerichteter Einsatz („Wer bekommt den Einsatz?") bleibt.
  • Ein Einsatz, in dem ein Fahrzeug des Geräts steht, bleibt.

Der Manager zeigt weiterhin alle Einsätze der Organisation.

Sonderrechte

Ein Einsatz trägt die Angabe Sonderrechte in drei Zuständen: mit Sonderrechten, ohne Sonderrechte oder unbekannt. Neu angelegte Einsätze stehen auf „unbekannt", bis jemand etwas sagt.

  • Die kleine Karte der Einsatzansicht hat über dem Knopf für den eigenen Standort ein kleines Blaulicht: ein Tipp springt zum Einsatzort. Ohne Koordinate fehlt der Knopf.
  • In der Einsatzansicht steht oben nur die Anzeige – mit, ohne oder unbekannt –, kein Knopf. Ändern lässt sich die Angabe über „Einsatzdaten bearbeiten".
  • Im Funkloch wird die Änderung auf dem Gerät gespeichert und übertragen, sobald wieder Netz da ist – wie jede andere Änderung am Einsatz.
  • Aus der Alarmierung: Nennt die Alarmquelle Sonderrechte (DIVERA, FeuerSoftware, Webhook-Feld priority/prio/sonderrechte, in der Alarmmail die Zeile „Sonderrechte:"), übernimmt LORVIS die Angabe – aber nur, wenn sie eindeutig ist: „ja", „mit", „1" oder „true" heißt mit, „nein", „ohne", „0" oder „false" heißt ohne. Sagt sie nichts oder etwas anderes (etwa „x" oder „hoch"), bleibt es „unbekannt". Ändert die Quelle die Angabe bei einem neuen Alarm zur selben Einsatznummer, wird sie übernommen (siehe Alarm-Update); eine am Gerät von Hand gesetzte Angabe bleibt, solange die Quelle nichts Neues meldet.

Mit oder ohne Sonderrechte steht als Marke oben am Einsatz und auf dem Start; „unbekannt" zeigt keine Marke.

Alarm-Update

Kommt zu einem offenen Einsatz ein neuer Alarm mit derselben Einsatznummer, aktualisiert LORVIS ihn: Geänderte Werte – Stichwort, Meldung, Anschrift, Ortsteil, Meldender, Zusatzinfo und Sonderrechte – werden überschrieben. Im Verlauf steht je Aktualisierung ein Eintrag „Alarm-Update" mit altem und neuem Wert, etwa „Stichwort: B2 → B3". Das gilt bis zum Einsatzende.

  • Ein Nachalarm ist dasselbe Einsatz. DIVERA legt dafür ein neues Alarmobjekt an; LORVIS erkennt es an der gleichen Leitstellennummer und legt keinen zweiten Einsatz an. Die Alarmzeit bleibt die des ersten Alarms; das Update steht mit eigener Zeit daneben („Einsatz-Update" in den Einsatzdaten, „Update" in der Kopfzeile und in der Zeitleiste). Im Verlauf steht: „Einsatz-Update (Nachalarm) um 16:18 Uhr. Ursprünglicher Alarm um 16:01 Uhr: …" mit dem ursprünglichen Stichwort und der ursprünglichen Meldung.
  • Dieselbe Meldung noch einmal ändert nichts.
  • Eine Korrektur der Besatzung bleibt, solange die Alarmquelle den Wert nicht selbst ändert.
  • Es kommt eine Benachrichtigung „Einsatz-Update" (Push), nicht „Neuer Einsatz" – nur an Geräte, die zur Alarmgruppe gehören, und nur, wenn sich wirklich etwas geändert hat. Kommt durch die Meldung eine neue Alarmgruppe dazu, bekommen deren Geräte den normalen Alarm „Neuer Einsatz".
  • Ein geschlossener Einsatz bleibt geschlossen. Kommt zu seiner Einsatznummer später eine Meldung mit anderem Inhalt oder neuer Alarmgruppe, entsteht ein neuer Einsatz, der wie jeder neue alarmiert wird („Neuer Einsatz"). Dieselbe Meldung noch einmal legt nichts an.

Warum wir alarmiert wurden

Hat die Alarmierung eine Alarmgruppe genannt, zeigt die Einsatzansicht unter Warum wir die alarmierten Alarmgruppen und die Alarmgruppen des Geräts. Die Alarmgruppen des Geräts stehen dort so, wie sie im Portal eingetragen sind (etwa „Info Kalefeld"), nicht klein- oder zusammengeschrieben. Alarmiert das verknüpfte Fahrzeug seine Geräte mit (Haken „Geräte dieses Fahrzeugs mitalarmieren", siehe Fahrzeuge), stehen dort auch die Alarmgruppen des Fahrzeugs.

Zum Vergleich ignoriert LORVIS Groß- und Kleinschreibung und Leerzeichen. Mehrere Alarmgruppen in einem Feld werden an Komma, Semikolon, senkrechtem Strich und Zeilenumbruch getrennt. Steht vor dem Namen ein Doppelpunkt („Divera-Gruppen: Info Kalefeld"), zählt auch der Teil danach. Bindestriche und Schrägstriche bleiben Teil des Namens.

Unter Unsere Alarmgruppen stehen nur die Alarmgruppen des Geräts, die den Alarm getroffen haben. Passt keine, steht dort nichts, und der Warnkasten „keine von unseren" weist darauf hin, dass die Zuordnung im Portal nicht stimmen könnte. Wurde keine Alarmgruppe alarmiert, steht die ganze Liste der Alarmgruppen des Geräts da.

Der Verlauf

Jede Eintragung bekommt einen Zeitstempel und bleibt stehen. Der Verlauf ist das, woraus später die Nachbereitung entsteht – er wird nicht überschrieben.

  • Der neueste Eintrag steht oben. Wer nachsieht, will den aktuellen Stand, nicht den Anfang.
  • Anhänge hinzufügen. Am Handy und Tablet gibt es einen Knopf „Anhang hinzufügen“. Er klappt die Wahl auf: Kamera öffnet die Kamera sofort, Galerie wählt ein vorhandenes Foto, Dateien öffnet die Dateiauswahl des Geräts. Am Schreibtisch gibt es die eine Dateiauswahl. Angenommen werden Fotos (JPEG, PNG, WebP), PDF-Dateien und Textdateien (TXT), bis zu fünf Anhänge je Meldung. Fotos werden verkleinert; PDF und Text gehen unverändert mit, jede Datei höchstens 10 MB. Andere Dateitypen (Office, ZIP) nimmt LORVIS nicht an.
  • Eine Meldung kann Anhänge tragen. Ein Foto lässt sich jederzeit groß öffnen, eine PDF- oder Textdatei steht als Zeile mit Dateinamen im Verlauf und öffnet sich mit einem Tipp in einem neuen Tab – auch nachdem sie übertragen wurde und auf einem anderen Gerät, und im Funkloch, sobald sie einmal geladen war. Beim Einsatzverbund stehen Anhänge bei allen verbundenen Einsätzen; die Datei liegt nur einmal auf dem Server.
  • Der Verlauf aktualisiert sich selbst. Nach jedem Abgleich liest er nach – aber nicht, solange gerade eine Meldung getippt wird. Was dann ankommt, erscheint nach dem Abschicken oder Verwerfen.

Einträge, die LORVIS selbst schreibt

Nicht jeder Eintrag wird getippt. Automatisch erscheinen – die Einträge zu Fahrzeugen mit „LORVIS" als Verfasser:

EreignisEintrag
Ein Fahrzeug kommt dazu (von Hand oder über den Status)Einsatzmittel hinzugefügt: Name
Ein Fahrzeug wird entlassenEinsatzmittel entlassen: Name
Ein Fahrzeug wird einem anderen Einsatz zugeteiltEinsatzmittel einem anderen Einsatz zugeteilt: Name
Ein Fahrzeug des Einsatzes meldet einen StatusName: Status Zahl – Kurztext, z. B. „HLF 20 (Florian Kalefeld 1/44-1): Status 2 – An Wache"
Ein Whiteboard-Stand wird übernommenLagebild-Stand: Titel, mit dem Lagebild als Bild im Anhang – siehe Whiteboard
Ein Lagebild wird nach Einsatzende archiviertLagebild automatisch archiviert: Titel, mit Bild

Jeder Status eines Fahrzeugs, das im offenen Einsatz als Einsatzmittel geführt wird, steht im Verlauf – auch 1 („Funkfrei") und 2 („An Wache"). So ist nachzulesen, wann welches Fahrzeug welchen Status gedrückt hat. Die Uhrzeit des Eintrags ist die gemeldete Statuszeit, nicht der Zeitpunkt, zu dem LORVIS die Meldung erhalten hat.

Über den Status wird ein Fahrzeug nur mit 3, 4, 7 und 8 zugeordnet (siehe unten den Weg über den Alarm). Meldet ein Fahrzeug, das im Einsatz nicht (mehr) geführt wird – nie zugeordnet oder schon entlassen –, einen anderen Status, kommt es dadurch nicht in den Einsatz und schreibt nichts in dessen Verlauf.

Fremdkraft dazunehmen

Braucht der Einsatz zusätzliche Kräfte, öffnet „+ Fremdkraft dazunehmen“ unter der Gliederung die Liste der im Manager hinterlegten Fremdkräfte – Fahrzeuge anderer Organisationen des Landkreises. Die Suche findet nach Name, Bezeichnung und Organisation und geht auch ohne Netz. Ein Tipp nimmt die Fremdkraft als Einsatzmittel auf. Sie hat keinen Status und keinen Standort; Stärke und Abschnitt tragen Sie wie bei jedem Einsatzmittel ein.

Einsatzmittel

Unter den Einsatzmitteln stehen die Fahrzeuge des Einsatzes mit ihrer Stärke.

Fahrzeuge, die mit dem Alarm kommen, sind sofort Einsatzmittel – nicht erst mit Status 3. LORVIS erkennt sie auf drei Wegen:

  • ISSI: Die Alarmquelle nennt die ISSI des Fahrzeugs.
  • DIVERA-Fahrzeugnummer: bei Fahrzeugen, die aus DIVERA stammen.
  • Alarmgruppe: Eine alarmierte Alarmgruppe ist am Fahrzeug eingetragen (Manager unter Fahrzeuge). Eine Alarmgruppe, die nur am Gerät steht, hängt das Fahrzeug nicht an. Verglichen wird wie bei den Alarmgruppen des Geräts (siehe oben). Ein Fahrzeug ohne eingetragene Alarmgruppe wird über diesen Weg nicht angehängt, ein Fahrzeug außer Dienst ebenfalls nicht.

Kommt der Alarm in einer Einheit an, findet LORVIS auch die Fahrzeuge der Hauptorganisation. Solange ein so zugeordnetes Fahrzeug noch keinen Status 3, 4, 7 oder 8 hat, steht an ihm „alarmiert". Fahrzeuge, die LORVIS nicht kennt, werden übergangen. Ein Fahrzeug, das Sie von Hand aus dem Einsatz genommen haben, kommt durch eine Nachalarmierung nicht zurück.

Drei Regeln gelten, beschrieben unter Fahrzeuge:

  • Ein Fahrzeug gehört nie zwei Einsätzen gleichzeitig. Ist es noch woanders geführt, fragt das Gerät „Fahrzeug übernehmen?", bevor es hinzugefügt wird.
  • „Entlassen" nimmt ein Fahrzeug selbst aus dem Einsatz – der Grund wird mitdokumentiert.
  • Die Stärke speichert sich beim Tippen selbst, ein eigener Knopf ist nicht nötig.

Lagemeldung nach MELDEN

Die Lagemeldung folgt dem Schema MELDEN. LORVIS baut sie aus dem zusammen, was am Einsatz schon erfasst ist, statt es ein zweites Mal abzufragen.

Im Funkloch

Alles hier funktioniert ohne Netz. Änderungen gehen in eine Warteschlange und werden in der Reihenfolge übertragen, in der sie entstanden sind, sobald wieder Verbindung besteht. Näheres unter Im Funkloch.

Nachbereitet wird im Portal unter Einsätze nachbereiten.

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