Warndurchsagen
Lautsprecherdurchsagen nach dem AIDA-Schema planen, Straßen und Teilstücke abfahren und jede Durchfahrt nachweisen – auch im Funkloch.
Bei einer Gefahrstofflage, Rauch, Hochwasser oder einer Räumung fahren Einsatzfahrzeuge durch die Straßen und warnen die Bewohner per Lautsprecher. Warndurchsagen hilft dabei, den Text vorzubereiten, die Straßen zu verteilen und festzuhalten, welche Straße wann gehört hat.
LORVIS plant und dokumentiert – es warnt nicht selbst. Es steuert keine Sirene und keine Lautsprecheranlage und ersetzt keine amtliche Warnung (MoWaS, NINA, Cell Broadcast bleiben Sache der Leitstelle und der Behörde).
Das Modul ist ein Zusatzmodul mit Aufpreis (wie Atemschutz, Rettungsdienst und Rettungsdatenblätter; Preis siehe Tarife und Preise). Es arbeitet wie die übrigen Einsatzseiten auch ohne Netz; nur der Freigabelink und die Karte als Onlinekarte brauchen Netz.
Der Text nach AIDA
Jede Durchsage hat vier Teile, so wie sie vorgelesen werden:
| Teil | Wofür |
|---|---|
| Anrede | „Achtung, Achtung! Hier spricht die Feuerwehr: An die Bewohner der Goethestraße.“ |
| Information | Was ist passiert – z. B. Gas ausgetreten, Wetterlage. |
| Drang | Die Gefahr deutlich machen: „In Ihren Häusern sind Sie nicht mehr sicher.“ |
| Ausführung | Was die Menschen tun sollen: „Suchen Sie die Notunterkunft … auf.“ |
Eine Vorlage füllt alle vier Teile (Gefahrstoff, Rauch, Hochwasser, Räumung, Entwarnung – die Organisation pflegt eigene im Portal). Was in der Vorlage in [eckigen Klammern] steht, ergänzt die Einsatzleitung; solange noch Klammern im Text stehen, warnt die Seite davor. Text vorlesen zeigt den Text in großer Schrift, damit ihn die Besatzung im Fahren ablesen kann.
Der Text steht als Abschrift in der Durchsage: ändert sich die Vorlage später, bleibt nachvollziehbar, was damals durchgesagt wurde.
Straßen und Teilstücke
Unter der Durchsage auf der Karte Abschnitt einzeichnen. Zwei Wege:
- Straße antippen (mit Kartenpaket auf dem Gerät, auch ohne Netz): ein Antippen übernimmt die ganze Straße samt Namen – so wie die Karte sie kennt, auch über Kachelgrenzen hinweg. Eine gleichnamige Straße im Nachbarort hängt nicht dran. Liegt der Finger mehr als 30 m neben der Straße, sagt die Seite es. Mehrere Straßen in einem Abschnitt: einfach weitere Straßen antippen – sie kommen alle in denselben Abschnitt, jede als eigene Linie. Es werden keine Verbindungen durch die Luft gezogen; die Straßen müssen nicht aneinander anschließen. Der Name des Abschnitts entsteht aus den gewählten Straßen („Hauptstraße, Am Berg“) und lässt sich ändern. Zurück nimmt die zuletzt angetippte Straße wieder weg. Für das automatische „abgefahren“-Vorschlagen zählt die Länge aller Straßen: erst wenn alle befahren sind, gilt der Abschnitt als abgefahren.
- Selbst zeichnen: Punkt für Punkt entlang der Straße tippen – für ein Teilstück („Goethestraße 1–20“) oder wo die Karte die Straße nicht kennt. Ohne Kartenpaket (Onlinekarte) ist das der einzige Weg.
Auf der Karte hat jeder Abschnitt seine eigene Farbe, damit mehrere auseinanderzuhalten sind; dieselbe Farbe steht als Punkt vor dem Namen in der Liste. Grün gibt es nur für „abgefahren“.
Danach Name und Einheit eintragen. Die Einheit ist Freitext: ein eigenes Fahrzeug (die Namen der Fahrzeuge stehen zur Auswahl), aber auch Polizei Streife 3 oder eine andere Feuerwehr.
Die Karte färbt jeden Abschnitt:
| Farbe | Stand |
|---|---|
| Blau | Geplant |
| Grün | Abgefahren |
| Rot | Wiederholung fällig oder nötig |
Abfahren und nachweisen
- Abgefahren je Abschnitt hält die Durchfahrt mit Uhrzeit und Einheit fest. Jede weitere Durchfahrt zählt mit; ein Vertipper lässt sich unter Durchfahrten zurücknehmen.
- Starten und Beenden setzen den Stand der ganzen Durchsage.
- Alles steht automatisch im Einsatzverlauf („Durchsage ‚Gaswolke Süd‘: Goethestraße abgefahren (HLF 20) – Durchfahrt 2“) und damit im Einsatzbericht.
Wiederholung im Takt
Soll eine Straße regelmäßig erneut abgefahren werden, trägt man beim Anlegen die Minuten ein („alle 20 Minuten“). Ein abgefahrener Abschnitt zeigt dann, in wie vielen Minuten er wieder dran ist, und wird rot und „fällig“, sobald der Takt abgelaufen ist. Wiederholen am Abschnitt setzt ihn von Hand auf „Wiederholung nötig“. Neuer Durchgang über der Abschnittsliste setzt alle Abschnitte auf „geplant“ zurück: die Straßen haben wieder ihre Anfangsfarbe und können ein zweites Mal abgefahren werden (der bisherige Verlauf bleibt).
GPS-Vorschlag
Läuft die Durchsage, zeichnet dieses Gerät seine GPS-Spur auf (nur im Speicher der Seite, nichts geht an den Server). Ist eine Straße zu mindestens 85 Prozent der Länge befahren, fragt die Seite: „Laut GPS-Spur abgefahren?“ Erst Ja, abgefahren bucht die Durchfahrt (als „GPS bestätigt“) – automatisch geschieht nichts, denn eine nur gekreuzte oder parallel befahrene Straße soll nicht von selbst als gehört gelten. Lücken im GPS-Empfang zählen nicht als gefahrene Strecke.
Entwarnung
Entwarnung legt eine eigene Durchsage an: derselbe Einsatz, dieselben Straßen mit denselben Einheiten (alle wieder auf „geplant“), der Text der Vorlage „Entwarnung“ und ein Verweis auf die ursprüngliche Durchsage. So lassen sich die Straßen in derselben Reihenfolge erneut abfahren und nachweisen.
Fremdkräfte per Link
Polizei oder eine andere Feuerwehr hat kein LORVIS-Gerät? Unter Freigabe für Fremdkräfte erzeugt man einen Link (mit QR-Code). Wer ihn öffnet, nennt seinen Namen, sieht den Text und seine Straßen auf der Karte und tippt Abgefahren melden. Die Einsatzleitung sieht, wer Zugriff hat, kann einzelne Personen entfernen und den Link ausschalten oder neu erzeugen (der alte ist danach wertlos – auch ein fotografierter QR-Code). Der Link zeigt nur Text und Straßen, nichts aus der übrigen Einsatzakte, und entsteht online.